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Unsere Philosophie

Wir lernen kämpfen,

um es nicht zu müssen,

denn unser größter Gegner sind wir selbst!

(Sifu Rafet Yilmaz)

 

Philosophie im Cifci Wing Tsun

Schon im antiken Griechenland hieß es “In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist!”. Hier steht also erst der Körper im Vordergrund, um das Ziel eines gesunden Geistes zu erreichen. Ist der Geist erst gesund, dann ist der Weg zum Lebensglück offen.

Obwohl wir unterschiedliche Kurse anbieten, die eine andere Gewichtung im Kurskonzept haben, ist folgendes allen Gemeinsam:

1. Ausgesuchte Fitnessübungen für Kraft, Beweglichkeit, Koordination, verbesserte Reaktionsfähigkeit, Balance, Schnellkraft, verbessertes Körpergefühl und Motorik. Alle Übungen sind wirbelsäulenstabil und gelenkschonend.

2. Techniktraining für Konzentration, Koordination und Verständnis der Körpergeometrie in Form von festgelegten Bewegungsabläufen, Frei- und Partnerübungen.

3. Methodentraining ist ein intensives Partnertraining für die Entwicklung komplexer Gesamtfähigkeiten im Rahmen des jeweiligen Kurskonzeptes wie z.B. das Chi-Sao und Lat-Sao.

4. Anwendungen: Partnertraining zum freien, situationsgerechten Einsatz erworbener Fähigkeiten.

 

Persönliches Wachstum

Welche Eigenschaften werden dabei direkt entwickelt?

zu 1.) Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, allgemeine Fitness und körperliches Wohlbefinden.

zu 2.) Verbesserte Zusammenarbeit beider Hirnhälften, erhöhte Aufmerksamkeit, motorisches Umsetzen komplexer Bewegungsabläufe, Geduld, Selbstannahme, Motivation, partnerschaftliche Zusammenarbeit, treffen neuer Menschen durch Gruppen- und Partnertraining, Anpassungsfähigkeit, verbessertes Raum- und Distanzgefühl.

zu 3.) Verstehen und Umsetzen von Prinzipien des Vorgehens, Nachgebens, Fließens und des Umleitens von Energie. Entwickeln von Entspannung, Flexibilität und Offenheit.

zu 4.) Stressresistenz, Gelassenheit, Stabilität, Durchsetzungsvermögen, Respekt, Selbstbewusstsein, Weitsicht, Sicherheit, Mut, Flexibilität, Scharfsinn und Wachsamkeit, Timing, Anpassungsfähigkeit und Dynamik.

 

Welche Philosophie steckt im CWT?

1. Philosophie in unserem CWT-Logo

Meihua
- chin. Pflaumenblüte, ist ein beliebtes Glückssymbol in China, deren fünf Blütenblätter fünf Glücksgötter symbolisieren. Sie steht auch für die Willensstärke, weil ihre Blüten auch bei Schnee und Eis aufblühen und sich bis in den Frühling erhalten.
Die Pflaumenblüte findet man in vielen Kung Fu Stilen, so auch im Shaolin Kung-Fu.
Im Wing Tsun (früher Mui-Fa-Kuen) stellt die Pflaumenblüte mit ihren fünf Blättern die fünf Tugenden dar,

- Menschlichkeit

- Gegenseitigkeit

- Rechtschaffenheit

- Gewissenhaftigkeit

- Ehrlichkeit

Auch die Schrittarbeit im Wing Tsun wird zum Teil mit diesem Symbol charakterisiert. Dies kommt in Sektionen und Anwendungen, aber auch in der Holzpuppenform zum Ausdruck.

Die Grüßenden Hände (Wusao/ Wing-Tsun Kuen )

Diese Grußform ähnelt dem “Kampfgruß” des Shaolin und Tai-Chi, unterscheidet sich aber in soweit, das sich unsere Hand zur Schutzhand (Wusao) erhebt und geschmeidig die nach vorn gerichteten Faust annimmt. Sie ist als Freundschafts-, Gemeinschaftsgeste zu verstehen, wo sich die Gegensätze von Angriff und Schutz/Abwehr vereinen. Die offene WuSao-Hand ist ein Zeichen für Erwartungsfreiheit und Offenheit.

Die keilförmig nach vorn gerichteten Unterarme symbolisieren die spezielle Geometrie und Prinzipienorientiertheit unseres Systems.

2. Implizite Philosophie

„Wer weiß, redet nicht und wer redet, weiß nicht.

Darum sagt der Weise die Lehre ohne Worte.“ (Tschuang-Tse)

…und wie soll das geschehen außer durch eigenes körperliches Tun?!

Genau diese Idee verfolgen die meisten chinesischen Kampfkünste. Sie sind die praktische Umsetzung taoistischer Philosophie in körperliche Bewegung - ohne umständliche, ungenaue Sprache zu benutzen.

Die Suche nach diesem „einheitliche Ganzen“ von Körper und Geist, die Erfahrungsbasis der menschlichen Seele, ist das langfristige Ziel des Kampfkünstlers (aber auch von Hermann Hesse „ Die Einheit der Gegensätze“) . Dies soll in den Bewegungen und Übungen unmittelbar und persönlich fühlbar/erlebbar sein. Das Gefühl für die „Einheit“ wird also gesucht, um die Seele spürbar zu machen. Im Cifci-WingTsun geht es von Anfang an ums Verstehen, Koordinieren, Fühlen, Spüren, Praktizieren. Wer sich selbst intensiv versteht und spürt, kann zu sich selbst tiefer vordringen, kann Andere besser verstehen und fühlen.

Der Kampf ist eine sehr ursprüngliche menschliche Handlung. Das Kämpfen stellt uns in eine Situation auf Leben und Tod, in der Entscheidungen mit instinkthafter Geschwindigkeit und Sicherheit getroffen werden müssen. Kampf- und Geschicklichkeitsübungen wurden daher zum idealen Medium, um Körper- und Geist aufeinander abzustimmen (koordinieren).

Koordination aus physiologischer Sicht ist die gezielte Abstimmung zwischen linker und rechter Gehirnhälfte. Physiologisch ist es das Vernetzten zweier Gehirnhälften mit unterschiedlichen Aufgaben (Emotio und Ratio) und Fähigkeiten zu dem Zweck einer ganzheitlichen Aufgabenlösung. Hierbei wird also auch auf physiologischer Ebene „Ganzheit“ erreicht, auch wenn es zunächst einmal bei der Ausübung körperlicher Bewegung geschieht. Nervenbahnen zwischen linker und rechter Gehirnhälfte werden aktiviert. Der Mensch verändert sich bzw. seine „Denke“! Mit der Zeit werden sogar ältere Hirnareale (Stammhirn) besser erreicht und deren Potentiale entfalten sich eher unterbewusst ( hierzu Gerald Hüther "Biologie der Angst")

Weiterhin werden Sie jegliche humanistisch orientierte philosophische Gedanken in der Umsetzung wieder erkennen!
Wie z.B. "Das Prinzip des Nachgebens, um zu Siegen”; Das "Wu-Wei-Prinzip", wonach das Weiche und das Nachgiebige anzustreben ist, um Glück und Einheit zu erfahren. Sie werden sogar das "Vater unser” der Bibel darin wieder erkennen, wo es heißt “….Dein Wille geschehe,…” (nicht mein Wille!!). Sicherlich ist auch das Buch von Gichin Funakoschi “Kara-te” zu nennen, wo der interessierte Leser den Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung in den Kampfkünsten nachvollziehen und mit seiner Übungspraxis vergleichen kann. In der neueren Literatur bzgl. “Kampfkunstphilosophie” und persönlicher Entwicklung möchte ich Dan Millman “Der friedvolle Krieger” empfehlen.

Wählt man den „Weg des Kriegers“, (BUDO: allgemein für ostasiatische Kampfkünste), so wird man um einen gewissen Grad des Kämpfens nicht herumkommen. Die echte (Selbst)-Erkenntnis liegt nicht in der beschreibenden Theorie, sondern im Handeln. Ein Kampfkünstler, der nur Theoretiker ist, bleibt so unglaubwürdig wie ein Musiker, der kein Instrument spielen kann.

Das Cifci-WingTsun-System verfolgt daher auch mehr den praktischen Ansatz des machbaren, in dem tatsächlich nicht die einzelne Technik im Vordergrund steht sondern logische und einfache Leitsätze wie:

Kampfprinzipien

1. Achte auf Distanzüberschreitungen und bewahre sie!

2. Ist der Weg frei, stoß vor, geh vor!

3. Kommst Du an einen Widerstand, bleib kleben!

4. Ist der Widerstand stärker als Du, dann gib nach!

5. Fühlst Du eine Lücke oder zieht sich der Gegner zurück, dann fülle diese Lücke mit Deinem Angriff oder folge dem Gegner mit Nachdruck!

Kraftprinzipien

1. Mache Dich frei von Deiner Kraft und von Deinen Erwartungen!

2. Mache Dich frei von der Kraft des Gegners und seinen Erwartungen!

3. Nutze die Kraft des Gegners, für Deine Akionen!

4. Füge die eigene Kraft hinzu!

Diese Reihenfolge der einzelnen Prinzipien festgelegt, allerdings ist im Cifci-WingTsun die Didaktik so weit ausgereift, dass die Reaktionen des übenden so „einprogrammiert“ werden, daß in jedem Kampfprinzip die vier Kraftprinzipien wirkungsvoll umgesetzt werden. Cifci-WingTsun hat dafür die einzigartige Übungsform das CHI-SAO, wo es um das Erfühlen der gegnerischen Angriffsbewegungen geht. So wird Körpergefühl, Koordination, persönliche Entwicklung, Philosophie, Gesundheitstraining und effektive Selbstverteidigung im Cifci-WingTsun zu einer ganzheitlichen Kampfkunst.

 

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